Berlin, den 21.12.01
Betreff: Zeit-Abo, Bankeinzug, Inkasso
Anbei: Autragsbestätigung der Arbeitsgemeinschaft Abonnentenwerbung e.V. (Kopie)
Einen wunderschönen guten Tag!
Eines Morgens klingelte es bei mir an der Wohnungstür und eine junge Frau erzählte mir ihre Lebensgeschichte von Drogen und Ausbildungswillen und einem Projekt, um solchen Menschen eine Chance zu geben. Es soll jenen Menschen geholfen werden eine Ausbildung zu finanzieren indem sie Zeitungsabos verkaufen, von Verlagen überfällige Zeitungen kostenlos bereitgestellt bekommen und diese an "ihre" Abonnenten selbst verteilen. Ich hatte ohnehin schon mit Der Zeit geliebäugelt und einige Tage später lag sie einmal die Woche vor der Tür.
Etwa zeitgleich bekam ich einen Brief von DerLeserClubAboOnline, eine Auftragsbestätigung. Da steht etwas von Vertriebspartner X-press etc.; sofern ich mich nicht bereits für den Bankeinzug entschieden hätte, könne ich das jetzt tun. Ich hatte bereits dem Mädel meine Kontodaten und Unterschrift zu diesem Zwecke überlassen sowie mich für ein dreimonatiges Abbuchen entschieden. Nette Geschichte, dachte ich und packte den Schrieb zu den überflüssigen Papieren.
Als die erste Rechnung kam wunderte ich mich nicht weiter. Die Telekom schickte meines Wissens auch immer Rechnungen mit Zahlschein trotz Einzugsermächtigung und die rausgekramte o.g. Auftragsbestätigung hat ebenfalls einen Zahlschein anbei, auf welchem zu lesen ist: "[...]* * * * Beleg bitte nicht benutzen * * * *[...] Wir buchen den Betrag von Ihrem Konto ab * * * *[...]" Diese und alle weiteren ungelesenen Rechnungen habe ich stets in den Papierkorb befördert.
Dann war ich eine Weile nicht Zuhause. Jetzt kommt Die Zeit nicht mehr, was mir nur recht ist, ich kam doch nie zum Lesen, und habe zwei liebliche Breife eines Inkassounternehmens in der Hand, auf die ich nicht eingehen werde, da ich solche Unternehmen auf den Tod nicht ausstehen kann. Ich habe soeben meine Kontoauszüge überflogen und keinen Leserclub o.ä. finden können.
Aus mir völlig unerklärlichen Gründen muß ich von einem Fehler Ihrerseits ausgehen und fordere sie auf dieses lächerliche Inkassounternehmen zurückzupfeifen, sowie Ihr Geld von meinem Konto noch in diesem Jahrtausend abzubuchen oder mir Ihre Kontodaten, sowie den Betrag für ausschließlich Die Zeit zukommen zu lassen, dann werde ich die Überweisung selbst vornehmen, allerdings sehe ich mich in diesem Falle gezwungen Ihnen 30 DM für meine Arbeitszeit abzuziehen.
Zu guter letzt: ich heiße nicht Topp-Wagner und hieß auch nie so... möchte wissen wie sie darauf kommen.
Mit überfreundlichen Grüßen, Nikolaos Topp.
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Am 6.Feb.02 schrieb mir der Leserclub:
"Sehr
geehrter Herr Topp,
unsere letzte Abrechnung der fälligen Bezzugsgebühren für Ihr Zeitschriftenabonnement wurde von Ihrem Geldinstitut mit dem Vermerk "KONTOANGABEN UNRICHTIG" zurückgegeben.
Aufgrund diese Mitteilung haben wir die vorliegende Einzugsermächtigung storniert und werden künftig die fälligen Bezugsgebühren durch Rechnungen anfordern. Möchten Sie künftig wioder die Vorteile des Bankeinzugsverfahren [...]
Die zur Zeit fälligen Bezugsgebühren zuzüglich der Gebührenbelastung Ihres Geldinstituts für die abgewiesene Abbuchung überweisen Sie bitte mit nebenstehendem Formular. [...]"
interessant ist u.a. das Wörtchen "künftig"... aber auch die Fortsetzung:
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Berlin, den 20.Feb.02
Ihr Schreiben vom 6. Feb. 02, Bankspesen
Nachdem ich statt der Zeit lustige Briefe eines Inkassounternehmens bekam und mich daraufhin über Ihre Unfähigkeit Ihre Unterlagen vernünftig zu bearbeiten beschwert hatte, bekomme ich nun wieder die Zeit und einen anderen lustigen Brief. Zunächst steht darin keine fällige Entschuldigung darüber, daß sie das Abonnement unterbrachen ganz zu Zweifeln von einer Entschuldigung darüber, daß Sie nicht in der Lage sind Kontonummern korrekt abzuschreiben und mich mit aufregender Papierarbeit belästigen, ja mir sogar ein Inkassounternehmen auf den Hals hetzen ohne mich vorher nach der Korrektheit Ihrer Version meiner Kontonummer zu fragen. Vielen Dank, daß ich auch „künftig wieder die Vorteile des Bankeinzugverfahrens nutzen“ darf! Des weiteren hatte ich in meinem letzten Brief zum Ausdruck gebracht, daß ich ein weiteres Beziehen der Zeit nicht wünsche, da ich ohnehin nicht die Zeit habe sie zu lesen.
Sie aber schicken mir die Zeit, eine Bemerkung, daß die Kontodaten nicht stimmten, und einen Zahlschein, auf welchem neben den nicht aufgeschlüsselten Abonnementskosten die Bankspesen zu zahlen seien.
Ich also nehme mir erneut die Quittung zur Hand, auf der ich einst unterzeichnete, für einen guten Zweck, die Zeit zu abonnieren. Und nun muß ich Ihnen leider mitteilen, daß ich mich nicht in der Lage sehe, ein Verschulden meinerseits zu erkennen. Die Kontodaten stimmen und ein eventuell fehlerhaftes Einlesen in den Computer aufgrund meines miserablen Schriftbildes kann leider auch nicht zutreffen, da ich diesen Wisch nicht ausgefüllt habe. Wie auf der, Ihnen als Kopie, in meinem letzten Brief, bereits zugesandten, von mir unterzeichneten, Quittung zu lesen, bin ich finanziell bei der Deutschen Bank unter meinem Namen und der Kontonummer 24***37 zu erreichen.
Daraus folgt, daß ich keine Bankspesen zahlen werde.
Bevor sie jedoch Geld von meinem Konto abbuchen, möchte ich eine genaue Aufschlüsselung darüber, von wann bis wann mir die Zeit zugesandt wurde und wann nicht, damit Sie sich nicht verrechnen – 200 DM scheint mir ein wenig viel für ca. 30 Zeitungen...
Mit freundlichen Grüßen, Nikolaos Topp.
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Am 6.März.02 schrieb mir der Leserclub erneut.
Es handelte sich um eine Rechnung (Bezugsgebühren + Restforderung) über 85,56 EUR, sowie dem Vermerk, daß der Betrag von meine Konto abgebucht wurde. Da sich die Forderung des Inkassounternehmens auf 174 EUR (Bezugsgebühren 107,49 DM) betrug und der Zahlschein des obigen Leserclubschriebs sich auf 97,85 EUR belief scheint das der korrekte Betrag zu sein. Nachgerechnet hab ichs nie, dazu hätte ich wissen müssen wie oft ich die Zeit bekam...
Ok, Problem bewältigt, sollte man denken. Doch die Geschichte ging noch weiter:
Am lustigsten war eigentlich der, wieder automatisierte, Schrieb vom 3.02, indem sich der Leserclub beklagt: "bitte zahlen Sie die Bezugsgebühren für Ihr Zeitschriften-Abonnement innerhalb der nächsten 10 Tage." - Betrag: 85,56 EUR. War da nicht was mit "wurde bereits abgebucht"???
Es folgten Mahnungen und Inkasso - ich ignorierte alles, schmiß es direkt in den Müll oder hob es ungeöffnet auf - der letzte Inkassoschrieb war vom 31.10.02 (das Datum ist ein Stempel, das Maschinendatum war der 17.10.) und forderte insgesamt 307,51 EUR.
Ich sah mich gezwungen mal zu reagieren...
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Berlin, den 02.Nov.02
Btrf.: KDNR 67/31334435
Hallo InkassoGmbH,
vielen Dank für Ihre Witzbriefchen!
Leider muß ich Ihnen mitteilen, daß Ihr Anliegen betreffs des Zeit-Abos keinerlei Berechtigung hat, da Ihr Auftraggeber zunächst meine Kontodaten sowie eine Auftragsermächtigung hat und ich zudem das Abonnement am 21.12.01 gekündigt habe. Da beides von Ihrem Auftraggeber freudig ignoriert wird, auch kein Antwortschreiben auf mein letztes Schreiben kam sehe ich Ihre Bemühen als gegenstandslos und verweise auf die Inkompetenz Ihres Auftraggebers. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an diesen.
Nikolaos Topp
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Berlin, den 02.Nov.02
KdNr: 313334435
Btr.: Ihre Inkompetenz, Inkasso, mein Schreiben vom 21.12.01 und 20.2.02
Meine Schreiben haben Sie offensichtlich bekommen, schließlich wissen Sie inzwischen meinen Namen. Ich bekomme derzeit in Ihrem Auftrag lustige Briefchen von einem Inkasso-Unternehmen. Ich sah mich gezwungen auf deren Schreiben vom 17.10. einzugehen und darin auf Sie zu verweisen.
In meinem Schreiben vom 20.02.02 bat ich Sie mir eine genaue Aufschlüsselung der von mir bezogenen Leistung zuzusenden, bis dahin sei eine Belastung meines Kontos nicht gestattet.
Weiterhin hatte ich in meinem Schreiben vom 21.12.01 das Abonnement der Zeit gekündigt.
Mit meinem Schreiben vom 20.02.02 erhielten Sie auch meine korrekte Kontonummer, die abzuschreiben Sie zuvor nicht in der Lage waren.
Somit war mit meinem Schreiben vom. 20.02.02 die Sachlage geklärt: Sie senden mir eine genaue Aufschlüsselung der Kosten zu, berechnen keine selbstverschuldeten Bankspesen zu meinen Ungunsten und erhalten somit das Recht die Vergütung Ihrer Dienstleistung von meinem Konto abzubuchen.
Diese meine Forderungen wurden offensichtlich ignoriert, es folgten lediglich Zahlungsaufforderungen, welche ungelesen teils im Papierkorb landeten, teils auf dem Leserclubbriefestapel. Wie Sie sich ausrechnen können erachte ich alle diese als gegenstandslos.
Mit diesem Schreiben ziehe ich die ohnehin nicht Ihnen erteilte Einzugsermächtigung zurück.
Ich fordere Sie also erneut auf mir eine genaue in meinem Schreiben vom 20.02.02 beschriebene Aufschlüsselung der Ihnen zustehenden Kosten zuzusenden, sowie den erneut beauftragten Inkassoauftrag erneut zurückzunehmen.
Ich weise Sie hiermit erneut daraufhin am 21.12.01 das Abonnement der Zeit gekündigt zu haben. Mir zugesandte Ausgaben der Zeit nach Ablauf der Kündigungsfrist nach jenem Datum sind nicht zu berechnen.
Daraufhin werde ich unverzüglich Ihr Geld auf Ihr Konto überweisen.
Nikolaos Topp.
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Seitdem habe ich nie wieder Post von jenem Verein bekommen, jedenfalls habe ich keine in meinen Unterlagen und kann mich auch keiner Fortsetzung oder einer einzigen Abbuchung entsinnen...